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Akku-Züge für Tauberbahn und Madonnenlandbahn: Land zahlt Planung

Redaktion Kocher-Jagst-Chronik

Winterzauber im Kur- und Schlosspark Bad Mergentheim.
Symbolbild: Bad Mergentheim · Foto: Holger Uwe Schmitt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Stuttgart – Auf der Tauberbahn, der südlichen Maintalbahn und der Madonnenlandbahn sollen ab Mitte der 2030er Jahre Akku-Züge fahren. Das Land Baden-Württemberg übernimmt die Planungskosten von rund 9,4 Millionen Euro vollständig, wie das Verkehrsministerium des Landes mitteilte. Nicole Razavi, die Verkehrsministerin, erklärte: „Das Land zahlt die Planung komplett.“

Was jetzt beauftragt wird

Das Landesverkehrsministerium hat einen Planungsvertrag mit der DB RegioNetz Infrastruktur GmbH Westfrankenbahn und der DB Energie GmbH unterzeichnet. Er gilt für drei Strecken: die Tauberbahn von Crailsheim über Bad Mergentheim und Lauda nach Wertheim, die Maintalbahn von Wertheim nach Miltenberg und die Madonnenlandbahn von Miltenberg nach Seckach.

Die Westfrankenbahn vergibt nun die ersten beiden Planungsschritte, Grundlagenermittlung und Vorplanung. Dabei wird der technische Bedarf ermittelt, außerdem werden Varianten gegeneinander abgewogen. Bis 2029 soll die Vorplanung stehen, anschließend folgen die weiteren Planungsschritte und die Umsetzung. Denis Kollai, Geschäftsleiter Infrastruktur und Sprecher der Geschäftsleitung Westfrankenbahn, nannte den Start ein „starkes Signal“ für die Region.

Wo Oberleitungen entstehen

Akku-Züge fahren elektrisch, benötigen aber keine durchgehende Oberleitung. Sie laden unter Fahrdraht und fahren dann mit dem gespeicherten Strom weiter. Neue Oberleitung soll nur die südliche Tauberbahn bekommen, und zwar auf rund 23 Kilometern. Das entspricht rund 15 Prozent des Teilnetzes der Westfrankenbahn, das sich über alle drei Strecken auf rund 170 Kilometer erstreckt. 85 Prozent des Netzes würden mit Akku befahren.

Die südliche Tauberbahn von Crailsheim über Bad Mergentheim nach Königshofen ist mit gut 60 Kilometern der längste Abschnitt. Derzeit sind dort ein bis zwei Oberleitungsabschnitte geplant, einer ab Königshofen mindestens bis Bad Mergentheim, ein weiterer bei Bedarf ab Crailsheim Richtung Satteldorf. Die genauen Abschnitte legt die Vorplanung fest. Grundlage ist eine Energiesimulation der DB Energie, die das Verkehrsministerium im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hat.

Auf den übrigen Abschnitten gibt es an den Start- und Endbahnhöfen bereits Oberleitungen, die Zwischenstrecken fahren die Züge mit Akku. So ist es bei der rund 40 Kilometer langen Madonnenlandbahn zwischen Miltenberg und Seckach. Die Züge laden dort beim Wenden, das dauert rund zehn Minuten. Im Parallelprojekt „Elektrifizierung und Ausbau der Maintalbahn“ erhält der nördliche Abschnitt bis Miltenberg komplett eine Oberleitung. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte, im elektrifizierten Bahnhof Miltenberg könnten die Züge Richtung Baden-Württemberg künftig ihre Akkus aufladen. Bayern hat die Planungen zur Elektrifizierung der Strecke Aschaffenburg–Miltenberg bereits in Auftrag gegeben. Weil die Strecken teilweise durch Bayern verlaufen, stimmt das Land das Vorhaben eng mit dem Freistaat ab.

Mehr als neue Oberleitungen

Zum Paket der Westfrankenbahn gehören außerdem Tempo 120 auf einzelnen Abschnitten, zusätzliche Begegnungsbahnhöfe, elektronische Stellwerke und barrierefrei ausgebaute Stationen. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, sollen zwei Linien jeweils stündlich verkehren. Auf dem Abschnitt zwischen Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim ergibt sich dadurch im Kern ein Halbstundentakt. Auch am Wochenende sollen spürbar mehr Züge fahren.

Kernpunkte

  • Start der Akku-Züge: ab Mitte der 2030er Jahre
  • Planungskosten: rund 9,4 Millionen Euro, vom Land getragen
  • Vorplanung fertig: 2029
  • Neue Oberleitung: rund 23 Kilometer auf der südlichen Tauberbahn
  • Takt nach Fertigstellung: zwei Linien im Stundentakt, Halbstundentakt zwischen Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim

Nachbetrachtung

Für Pendler im Taubertal und im Odenwald klingt das Paket aus Takt, Tempo und barrierefreien Stationen überzeugend. Zunächst liegt aber nur die Vorplanung vor, und die Mitteilung nennt weder Baukosten noch einen Zeitplan für den Bau. Leser sollten die Termine daher als Ziel verstehen, nicht als Zusage.

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