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Schrozberg: Gemeinderat berät Energiebericht und neuen Hackschnitzelofen

Redaktion Kocher-Jagst-Chronik

Schloss Langenburg-msu-2021-0306 (Langenburg)
Symbolbild: Schwäbisch Hall (Langenburg) · Foto: Matthias Süßen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Schrozberg – Der Schrozberger Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 22. Oktober 2026 den ersten Energiebericht der Stadt zur Kenntnis genommen, außerdem dem Austausch des Hackschnitzelofens im Wärmezentrum nach Beschlussvorschlag der Verwaltung zugestimmt und eine Klärschlamm-Vergabe beschlossen. Das teilte die Stadt Schrozberg mit.

Energiebericht für 2025

Energiemanagerin Margit Staudacher stellte den Bericht für die kommunalen Liegenschaften vor. Verbräuche von Strom, Wärme und Wasser werden laufend erfasst, einmal im Jahr entsteht daraus ein Bericht. Der erste Teil analysiert die Gesamtverbräuche, der zweite betrachtet einzelne Gebäude genauer. Hinzu kommen die Straßenbeleuchtung, die Bereitstellung von Trinkwasser, die Abwasserbeseitigung sowie die Kläranlagen. In die Auswertung eingegangen sind Angaben zu 21 beheizten städtischen Liegenschaften und 13 Wohnunterkünften, ergänzt um zahlreiche weitere Abnahmestellen. Basisjahr ist 2024, weil es das erste Jahr mit vollständig erfassten Daten und das letzte ohne etabliertes Energiemanagement war. 2025 ist damit das erste offizielle Berichtsjahr.

Der Wärmeverbrauch blieb mit rund 1,85 Millionen kWh (2024) und rund 1,84 Millionen kWh (2025) nahezu gleich. Für Wärme mussten dagegen zuletzt knapp 199.000 Euro aufgebracht werden, im Jahr zuvor waren es rund 165.000 Euro. Als Hauptursache nannte Staudacher den gestiegenen Erdgaspreis. Insgesamt gingen die Emissionen von rund 898 Tonnen CO₂ auf rund 849 Tonnen CO₂ zurück, das entspricht einer Minderung um etwa 5,5 Prozent beziehungsweise rund 49 Tonnen. Den größten Rückgang gab es beim Strombezug und beim Heizöl.

Vertieft untersucht wurden Schulzentrum, Rathaus und Freibad. Auf diese drei Gebäude entfallen 68 Prozent des Wärmeverbrauchs, 40 Prozent des Stromverbrauchs und 15 Prozent des Wasserverbrauchs der städtischen Liegenschaften insgesamt. Auch die Kläranlage wurde betrachtet: Ihr Wasserverbrauch war 2025 deutlich erhöht, bedingt durch einen Wasserrohrbruch sowie Wasser für die Betankung der Kehrmaschine und für Bewässerung. Der Stromverbrauch blieb nahezu konstant, der Wärmebedarf ging leicht zurück. Die Eigenverbrauchsquote bei der Photovoltaik liegt bei fast 85 %, über 16 % des Strombedarfs deckt die Anlage. Der Gemeinderat zeigte sich erfreut, dass einzelne Maßnahmen erste Ergebnisse bringen. Der Bericht dient als Grundlage für künftige Entscheidungen.

Neuer Hackschnitzelofen im Wärmezentrum

Schon am 20. November 2025 war dem Gemeinderat die Dringlichkeit des Austauschs erläutert worden, die Planung wurde damals beauftragt. Am Wärmezentrum hängen Schule, Kindergarten „Haus am See“, Stadthalle, Mehrzweckhalle, Feuerwehrmagazin und Lesetreff. Im Winter versorgt es mehr als 600 Menschen, vor allem Kinder. Die Planer Krämer und Kranz stellten die Maßnahmen vor und beantworteten Fragen.

Vorgesehen ist, den verschlissenen Hackgutkessel mit 450 kW durch einen kleineren mit 350 kW zu ersetzen. Der Pufferspeicher soll von 2.000 auf 15.000 Liter wachsen, damit er mit dem vorhandenen Gaskessel ruhig und effizient läuft. Untergebracht werden die zusätzlichen Speicher im geräumten Raum der alten Öltanks unter dem Schulhof. Dabei zeigte sich, dass die Betondecke darüber nicht ausreichend tragfähig ist. Weil die Fläche im Brandfall der Feuerwehr als Stellfläche dient, muss sie baulich nachgebessert werden.

Steuerung und Wärmeverteilung sollen auf den aktuellen Stand der Gebäudeautomation kommen, was Einsparungen und besseres Energiemonitoring ermöglicht. Für mögliche großflächige Stromausfälle soll das Wärmezentrum über eine Noteinspeisung weiterlaufen können. Im Sommer sollen Nahwärmenetz und Gaskessel abgeschaltet werden; das Warmwasser für die Duschen der Hallen kommt dann dezentral über Heizstäbe, gespeist von einer noch zu errichtenden Photovoltaikanlage.

Die Stadt will bei der KfW einen Förderantrag stellen und dafür einen Energieeffizienzexperten beauftragen. Die Stadt rechnet mit einer Förderung von etwa 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Da der Antrag erst in der Ausschreibungsphase möglich ist, lassen sich die nötigen Eigenmittel laut Bauamtsleiter Pöschik noch nicht genau bestimmen. Nach rund 40 Minuten Beratung folgte der Gemeinderat der Verwaltung in allen Punkten, bei zwei Enthaltungen.

Klärschlamm: Auftrag an Remondis

Die Stadtverwaltung Crailsheim hatte für die Gemeinden im Landkreis Schwäbisch-Hall eine Bündelausschreibung zu Abfuhr und Verwertung von Klärschlamm samt Phosphorelimination durchgeführt, Schrozberg beteiligte sich. Berücksichtigt wurden dabei auch die Vorgaben der Klärschlammverordnung zur Rückgewinnung von Phosphor. Zum Los 1 (entwässerter Klärschlamm) gingen bis zur Angebotseröffnung am 17.09.2026 zwei Angebote ein. Das günstigste Angebot kam von der REMONDIS Aqua Stoffstrom GmbH mit einem Bruttopreis von 1.107.140,71 Euro. Grundlage sind 2.510 Tonnen vom 1.1.2029 bis 31.12.2032 und weitere 630 Tonnen im Jahr 2033. Weil die Mengen schwanken können, kann sich der abzurechnende Betrag ändern. Das Ressort Recht und Revision der Stadt Crailsheim prüfte die Vergabe und stimmte zu. Pöschik erläuterte die zugrunde liegende Verordnung. Nach kurzer Beratung beauftragte der Gemeinderat die Firma bei zwei Enthaltungen.

Kurz berichtet

  • Die Polizeiverordnung der Stadt wurde neu erlassen, der Gemeinderat stimmte einstimmig zu. Die Veröffentlichung stand bereits im Mitteilungsblatt vom 30. Oktober 2026.
  • Die Wasserversorgung wird auf digitale Ultraschallzähler der Firma Kamstrup umgestellt, so war es 2024 beschlossen worden. Anders als geplant beschafft die Stadt die Zähler nun selbst, das Ingenieurbüro Eissing betreut die Ausschreibung.
  • Für die ausgeschiedene Stadtkämmerin Carmen Kloß vertritt Stadtkämmerer Roshen Mathura als Stellvertreter von Bürgermeisterin Förderer die Stadt im Zweckverband Hohenloher Wasserversorgungsgruppe.
  • Als Ersatz beschafft der Bauhof von der Firma Wirsching aus Spielbach einen neuen Drei-Seitenkipper, Kostenpunkt rund 28.500 €.
  • Einstimmig erteilte der Gemeinderat sein Einvernehmen zu zwei Bauanträgen auf Gemarkung Schrozberg: Anbau eines Kaltscharraums an einen Hähnchenstall und Errichtung von sieben Paddocks auf einer Reitanlage.
  • Hauptamtsleiter Hüttner teilte Beschlüsse der nichtöffentlichen Sitzung vom 29.09.2026 mit: Zur Kenntnis genommen wurde ein Grundstücksverkauf auf Gemarkung Leuzendorf, zugestimmt wurde einer auf ein Jahr befristeten Krankheitsvertretung in der Stadtkämmerei.
  • Zur Flüchtlingsunterbringung: Die Ende September zugewiesenen Personen kamen in einer Privatunterkunft unter. Für Oktober kündigte das Landratsamt Schwäbisch Hall zwei weitere Personen an.
  • Neubürger erhalten statt der Broschüre nun einen Flyer mit QR-Code, der auf Angebote und Online-Services auf der Homepage verweist.
  • Die Stadt ist jetzt auch auf Facebook und Instagram zu finden.
  • Die KI „Charly“ soll künftig die Telefonzentrale übernehmen, geplante Aktivschaltung ist der 15.11.2026.

Kernpunkte

  • Nächste Gemeinderatssitzung: Dienstag, 17. November 2026
  • Aktivschaltung der KI „Charly“ in der Telefonzentrale: ab 15.11.2026 geplant

Nachbetrachtung

Der Energiebericht zeigt, dass sinkende Emissionen und steigende Kosten gleichzeitig möglich sind, denn der Gaspreis schlägt durch, auch wenn der Verbrauch gleich bleibt. Beim Wärmezentrum fehlt noch die Angabe, was der Umbau die Stadt am Ende kostet. Das liegt laut Mitteilung am Förderverfahren, bleibt für Bürger aber die wichtigste offene Frage.

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