Kocher-Jagst-Chronik

Hohenlohekreis: Mehr EHEC-/STEC-Infektionen, viele Reiserückkehrer betroffen

Redaktion Kocher-Jagst-Chronik

Kuenzelsau Residenzschloss Innenhof
Symbolbild: Künzelsau · Foto: Rudolf Stricker, Public domain, via Wikimedia Commons (Datei)

Künzelsau – Im Hohenlohekreis sind in diesem Jahr deutlich mehr Menschen an EHEC/STEC erkrankt als in den Vorjahren. Für 2026 zählt das Gesundheitsamt bereits 17 Fälle, 2024 waren es vier, 2025 sieben. Auffällig sei, dass diesmal besonders viele Reiserückkehrer betroffen sind, teilte das Landratsamt Hohenlohekreis mit. Das Gesundheitsamt nahm die Entwicklung zum Anlass, über die Erkrankung und den Schutz davor aufzuklären.

EHEC/STEC sind Darmkeime, die Toxine produzieren und Durchfall hervorrufen können. Die Erreger gelangen meist in kleinsten Mengen von Kotspuren über den Mund in den Körper. Möglich ist das etwa beim Umgang mit Wiederkäuern, sei es auf dem Bauernhof oder im Streichelzoo, über verunreinigte Lebensmittel sowie über Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch. Als mögliche Quellen nennt das Gesundheitsamt Rohmilch, unzureichend erhitztes Fleisch, Rohwurst und auch ungewaschene Salate, Gemüse oder Sprossen.

Erste Beschwerden zeigen sich in der Regel nach zwei bis zehn Tagen. Dazu zählen wässriger Durchfall, heftige Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, möglich ist auch Fieber. Kinder können schwer erkranken, in seltenen Fällen nehmen dabei die Nieren akut Schaden.

Zum Schutz rät das Gesundheitsamt, sich gründlich mit Seife die Hände zu waschen, und zwar nach dem Gang zur Toilette, vor den Mahlzeiten sowie nach dem Kontakt mit Tieren. Fleisch sollte komplett durchgegart werden. Auf Rohmilch und Rohmilchprodukte sollte möglichst verzichtet werden, wer kann. Vor dem Essen sollten Obst, Gemüse und Salat sorgfältig abgespült werden. Wichtig sei außerdem sorgfältige Küchenhygiene. Bei anhaltendem oder blutigem Durchfall sollte man ärztlichen Rat einholen, bei Kindern Beschwerden besonders ernst nehmen.

Kernpunkte

  • Fälle im Hohenlohekreis: 2024 vier, 2025 sieben, 2026 bereits 17
  • Erste Beschwerden in der Regel nach zwei bis zehn Tagen
  • Bei anhaltendem oder blutigem Durchfall ärztlichen Rat suchen

Sachstand

Das Robert Koch-Institut weist in seinem Ratgeber darauf hin, dass die Begriffe EHEC und STEC häufig synonym verwendet werden, weil sich beide nicht scharf voneinander abgrenzen lassen. Historisch bezeichnete man als EHEC jene STEC, die schwere Erkrankungen wie das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen können.

Nach Angaben des RKI kommt es bei EHEC ein wenig häufiger zur direkten Ansteckung von Person zu Person, verglichen mit sonstigen bakteriellen Durchfallerregern; dahinter steckt vermutlich die winzige Menge an Keimen, die für eine Infektion ausreicht. Bei Kindern unter drei Jahren sei der direkte Kontakt zu Wiederkäuern ein häufiger Übertragungsweg.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schreibt, dass die Erkrankung zunächst auch ohne Symptome verlaufen kann. Unter Umständen scheidet ein Infizierter die Erreger 1–3 Wochen lang aus, während er selbst gar nichts davon merkt. In dieser Zeit könnten bei unzureichender Hygiene andere Menschen angesteckt werden.

Gefürchtet ist laut RKI vor allem bei Kindern das HUS, das durch Nierenversagen, hämolytische Anämie und Thrombozytopenie gekennzeichnet ist. Laut diesen Angaben tritt es in etwa 5 – 10 % der symptomatischen EHEC-Infektionen bei Kindern auf und stellt im Kindesalter die häufigste Ursache eines akuten Nierenversagens dar.

Nachbetrachtung

Die Mitteilung nennt Ansteckungswege und Schutzregeln verständlich. Offen bleibt, in welchen Ländern sich die Reiserückkehrer angesteckt haben könnten. Wer mit Kindern auf Bauernhof oder im Streichelzoo unterwegs ist, kann Händewaschen und die Hinweise zu Lebensmitteln gut im Alltag umsetzen.

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