Kocher-Jagst-Chronik

Gaildorf: Landkreis Schwäbisch Hall will Müllsünder im Wald ermitteln

Redaktion Kocher-Jagst-Chronik

Schwäbisch Hall - Comburg - Südostansicht aus dem Tal
Symbolbild: Schwäbisch Hall · Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Schwäbisch Hall – Bei Gaildorf haben Unbekannte in einem Waldstück zahlreiche prallgefüllte Müllsäcke und weiteren Abfall abgeladen. Das Straßenbauamt des Landkreises Schwäbisch Hall entdeckte den Fall kürzlich. Wie das Landratsamt mitteilte, sollen die Verursacher nun ermittelt werden. Das Amt zeigt nach eigenen Angaben jeden Fall an, der sich zurückverfolgen lässt.

Als „Wilden Müll“ bezeichnet das Landratsamt Abfall, der rücksichtslos abgeladen wird, etwa im Wald, an Containern oder am Straßenrand, darunter Bauschutt, leere Flaschen oder volle Säcke. Landrat Gerhard Bauer sagte: „Wilder Müll ist vieles, aber sicher nicht ‚halb so wild‘!“

Die Zahl der Meldungen über illegale Ablagerungen liegt laut Landratsamt weiterhin auf sehr hohem Niveau und steigt weiter. Im Jahr 2025 gingen im Amt für Abfallwirtschaft 893 Meldungen zu illegal abgelagertem Müll sowie zu schmutzigen oder überfüllten Containerplätzen ein. Die Mitarbeiter rückten 729mal aus und sammelten circa 142 Tonnen wilden Müll ein. Das Straßenbauamt reinigt zudem regelmäßig Straßenränder und Parkplätze. Weitere Entsorgungen übernahmen unter anderem die zuständigen Kommunen.

Viele der illegal entsorgten Abfallarten hätten nach Angaben des Landkreises problemlos und oft kostenfrei an Wertstoffhöfen und Sammelplätzen abgegeben werden können. Der Landkreis bittet die Bürger, aufmerksam zu sein, und dankt für Hinweise, die zu den Verursachern führen.

Kernpunkte

  • Wilden Müll kann man jederzeit melden: per „Abfallinfo SHA“, der kostenlos nutzbaren App des Landkreises, mit Foto und Ortsangabe

Sachstand

In der Abfall-App gibt es laut Landratsamt einen „Wilden-Müll-Melder“, ebenso auf der Website des Amtes. Alternativ können Bürger dem Amt eine E-Mail schreiben. Für übervolle Altglas- oder Kleidercontainer und andere verschmutzte Standorte bietet die App zusätzlich einen eigenen Melder.

Kleinere Verpackungsabfälle im öffentlichen Raum kann man laut Landratsamt aufheben und in die nächsten öffentlichen Mülleimer werfen. Besser sei es, sie in die richtige Tonne oder den richtigen Container zu geben.

Der Landkreis unterhält nach eigenen Angaben 18 Wertstoffhöfe. Grünabfälle wie Laub oder Rasenschnitt bis 2 m³ sind kostenfrei. Autobatterien nehmen die Höfe kostenlos an, ebenso Altreifen von Mofa, Mokick, Roller und Fahrrad. Altreifen von Motorrad und PKW kosten dagegen eine Gebühr von 3,00 EUR pro Stück ohne Felge.

Bauschutt in Kleinmengen bis 25 l ist laut Annahmekatalog kostenfrei, ebenso ein Einzelteil wie ein WC-Becken. Altfenster nehmen nur die Entsorgungszentren Hasenbühl und Blaufelden an.

Nachbetrachtung

Die Mitteilung nennt klar, wie Bürger Funde melden können, und das Angebot ist niedrigschwellig. Offen bleibt, wie oft Anzeigen tatsächlich zu Verursachern führen und welche Folgen sie haben. Wer die Wertstoffhöfe kennt, sieht schnell, dass der Weg dorthin meist einfacher ist als die Fahrt in den Wald.

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