Tauberbischofsheim – In Tauberbischofsheim gibt es künftig einen ehrenamtlichen Fahrdienst für Menschen, die nicht selbst mobil sind. Dafür wurde am Donnerstag, 29. Oktober, der Verein „Bürgerrufauto TBB e. V.“ gegründet, teilte die Stadt Tauberbischofsheim mit. Zur Gründungsversammlung kamen 20 Interessierte. Sämtliche Beschlüsse und Wahlen fielen einstimmig. 24 Freiwillige haben sich bereits gemeldet, die ehrenamtlich Fahrdienste übernehmen möchten.
Hauptamtsleiter Michael Karle überbrachte die Grüße der Stadt. „Mobilität ist Lebensqualität“, sagte er. Gerade älteren oder in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkten Menschen helfe das Angebot, selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, etwa bei Arztbesuch oder Einkauf. Karle nannte die Gründung einen wichtigen Meilenstein und dankte besonders Marianne Rutkowski, die das Projekt mit großem persönlichem Einsatz vorangetrieben habe, sowie den Mitstreitern „der ersten Stunde“.
Rutkowski leitete die Versammlung und berichtete von einer Klausurtagung am 10. Oktober, bei der die Grundlagen des Vereins erarbeitet wurden. Satzung, Vorstandswahlen und Mitgliedsbeiträge konnten zügig beschlossen werden. Für die Vorbereitung und Organisation lobte sie Christian Gros. Ihr Motto fasste sie so zusammen: „Wir wollen für alle etwas Gutes tun.“
Vorstand und Mitgliedschaft
Rutkowski wurde zur Vorsitzenden gewählt, Beate Appold zu ihrer Stellvertreterin. Lothar Ries führt die Kasse, Uta Randolt ist Schriftführerin. Michael Noe ist für die Fahrerverwaltung zuständig, Johanna Becker für die Öffentlichkeitsarbeit, Gerhard Baumann für Sponsoring und Marketing. Beisitzer sind Roland Dassing, Gudrun Weiske und Thomas Fischer, die Kasse prüfen Werner Block und Wolfgang Maier. Ein Vertreter der Stadt soll noch in den Vorstand kommen, sobald der Gemeinderat ihn gewählt hat. Der Posten Fahrzeug & Technik blieb vorerst unbesetzt.
Der Jahresbeitrag beträgt 25 Euro. Aktive Mitglieder wie Fahrerinnen und Fahrer zahlen nichts. Mitglied werden kann auch, wer nicht selbst fährt.
So soll „RuDi, das TBB-Mobil“ fahren
Das geplante Fahrzeug soll „RuDi, das TBB-Mobil“ heißen, RuDi steht für Rufdienst. Es soll nicht nach festem Fahrplan fahren, sondern Fahrgäste nach Anmeldung an der Haustür abholen und zum Ziel bringen. Nach aktuellem Planungsstand ist es montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unterwegs. Wer mitfahren will, soll spätestens am Vortag per Telefon bei der Stadtverwaltung anrufen können. Für die Nutzung ist keine Vereinsmitgliedschaft nötig.
Die Finanzierung des Fahrzeugs ist durch die Bürgerstiftung Tauberbischofsheim gesichert, die sich mit einem Spendenaufruf an Unternehmen wendet. Die Stadt beschafft das Elektro-Fahrzeug gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe des Vereins, nimmt die Fahrtwünsche telefonisch an und gibt sie an die Ehrenamtlichen weiter. Außerdem kümmert sie sich um Stellplatz und Versicherungen.
Als Nächstes steht die Eintragung ins Vereinsregister an. Vorbereitet werden außerdem ein Fahrerhandbuch und die Einweisung der Fahrer. Dazu sollen Fahrsicherheitstrainings und Erste-Hilfe-Kurse angeboten werden. Zunächst ist ein Grundangebot in der Kernstadt geplant. Die Stadtteile sollen in den kommenden Jahren folgen, wobei Rücksicht auf die bestehenden Buslinien nötig ist.
Kernpunkte
- Mitgliedsbeitrag: 25 Euro im Jahr, aktive Mitglieder beitragsfrei
- Betriebszeiten nach aktuellem Planungsstand: montags bis freitags, 8 bis 18 Uhr
- Buchung nach Planung: mindestens einen Tag im Voraus per Telefon bei der Stadtverwaltung
- Kontakt für Beitritt und Unterstützung: Vorsitzende Marianne Rutkowski, Tel.: 0171 4570025
- Beitrittserklärungen gibt es auch im Eingangsbereich von Stadtverwaltung und Rathaus






