Kocher-Jagst-Chronik

Ostwürttemberg: Drei Arbeitsgruppen und Speicherstudie für die Energiewende

Redaktion Kocher-Jagst-Chronik

Aalen Luftbild
Symbolbild: Aalen · Foto: Memorino, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Aalen – Im Projekt „Ostwürttemberg VernEEtzt 2.0“ hat die inhaltliche Arbeit begonnen: Im Oktober trafen sich erstmals drei Arbeitsgruppen des Forums Ostwürttemberg VernEEtzt. Parallel läuft eine Studie zu netzdienlichen Energiespeichern, die Grundlagen für die weitere Projektarbeit liefern soll. Das teilte der Regionalverband Ostwürttemberg mit.

Drei Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Gruppen heißen „Infrastruktur, Netze und Genehmigungsprozesse“, „Energiebedarfe, Wirtschaft und Standortfaktoren“ sowie „Sektorkopplung und Synergiepotenziale“. Im Mittelpunkt standen die räumliche Abstimmung von Energieinfrastrukturen, verfügbare Netzkapazitäten und Hürden bei Genehmigungen und Abstimmungen.

In den Runden wurde außerdem besprochen, wie wichtig eine verlässliche Energieversorgung für den Standort ist und welche Unterstützung Unternehmen brauchen. Weitere Themen waren Möglichkeiten, Strom, Wärme und Wasserstoff besser zu verknüpfen, sowie die gemeinsame Nutzung von Energieinfrastrukturen und Abwärme.

Als Ergebnis der Diskussionen nennt der Regionalverband den Bedarf an mehr Transparenz, an früher Abstimmung zwischen den Beteiligten und an besserer Nutzung vorhandener Daten und Unterstützungsangebote. In den Arbeitsgruppen sitzen Kommunen, Wirtschaft, Netzbetreiber, Wissenschaft und Fachinstitutionen. Sie wollen vorhandenes Wissen bündeln und gemeinsame Lösungen entwickeln.

Studie zu Batteriespeichern und Wasserstoff

Getragen wird die Studie „Netzdienliche Energiespeicher zur Unterstützung des Netzausbaus in der Region Ostwürttemberg“ von H2-Wandel e. V. Beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und das Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH) der Universität Stuttgart. Untersucht werden mögliche Netzengpässe im Netzgebiet der Netze ODR, unter anderem mit Blick auf Batteriespeicher und Wasserstofflösungen mit Rückverstromung.

Die Ergebnisse sollen klären, unter welchen Voraussetzungen Speicher den Ausbau der Netze ergänzen und diese entlasten können. Sie fließen auch in die digitale Energielandkarte ein. Dort sollen Energiebedarfe, Erzeugungspotenziale und bestehende Infrastrukturen räumlich zusammengeführt werden, um Synergien sichtbar zu machen und die Abstimmung der Akteure zu verbessern.

Sachstand

Nach eigener Darstellung setzt der Regionalverband Ostwürttemberg mit diesem Projekt einen Prozess in Gang, bei dem die Region die Energiewende gemeinsam und mit strategischem Blick weiterentwickeln will. Ziel ist es, erneuerbare Energien, Netze, Speicher, Wasserstoff und Wärmeversorgung stärker zusammenzudenken.

Das Projekt wird im Bundesprogramm „Strategische Regionalentwicklung (RegioStrat)“ mit 450.000 Euro gefördert. Der Regionalverband arbeitet dabei mit dem Ostalbkreis, dem Landkreis Heidenheim, der IHK Ostwürttemberg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg (WiRO) zusammen.

Kernstück ist laut Regionalverband das Forum Ostwürttemberg VernEEtzt. Es soll Kommunen, Infrastrukturbetreiber, Unternehmen, Fachinstitutionen, Verbände, Wissenschaft und Verwaltung dauerhaft vernetzen. Später sollen Pilotkommunen integrierte Ansätze praktisch erproben.

Nachbetrachtung

Dass Netzbetreiber, Kommunen und Wirtschaft an einem Tisch sitzen, ist bei Energiefragen sinnvoll. Die Mitteilung bleibt aber allgemein: Konkrete Ergebnisse der Sitzungen und ein Zeitplan für die Studie fehlen. Erst daran lässt sich ablesen, ob aus den Diskussionen greifbare Verbesserungen für Unternehmen und Kommunen werden.

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