Aalen – Seniorinnen aus Aalen und Wasseralfingen sind an einem Tag auf Schockanrufe hereingefallen und haben jeweils 10.000 Euro an unbekannte Abholer übergeben. Das teilte das Polizeipräsidium Aalen mit. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.
In Aalen meldete sich am Dienstagabend gegen 20:45 Uhr ein russisch sprechender Anrufer bei einer 87-jährigen Frau, und zwar über einen Messengerdienst. Er behauptete, ihre Tochter habe einen schweren Unfall verursacht. Damit sie nicht ins Gefängnis müsse, sei eine Kaution fällig. Die Seniorin übergab schließlich 10.000 Euro an einen männlichen Abholer, der ebenfalls nur Russisch sprach.
Schon zwischen 16 Uhr und 18 Uhr hatte eine 68-Jährige aus Wasseralfingen einen ähnlichen Anruf erhalten, auch hier auf Russisch und mit der Geschichte vom schweren Unfall der Tochter. Auch sie gab 10.000 Euro in einem Kuvert an einen Abholer. Gegen 20 Uhr wurde sie erneut angerufen und es hieß, die Summe reiche nicht aus. Diesen Anruf beendete die inzwischen dazugekommene Tochter, sodass es nicht zu einer erneuten Geldübergabe kam.
Die Polizei weist darauf hin, dass sich Menschen vor Telefonbetrügern schützen können. Die Maschen seien vielfältig. Betrüger geben sich oft als Verwandte, Polizisten oder Rechtsanwälte aus und täuschen eine Notlage vor, etwa eine Operation, die nur nach Barzahlung stattfinden könne. Auch falsche Mitarbeiter von Software-Unternehmen und der Enkeltrick zielen meist auf ältere Menschen. Laut Polizei durchschauen viele Angerufene den Betrug, manche verlieren aber ihr Vermögen. Die Polizeiliche Kriminalprävention informiert in der Broschüre „Vorsicht, Abzocke!“, die es bei der örtlichen Polizeidienststelle und im Internet unter www.polizei-beratung.de gibt.
Kernpunkte
- Gesucht werden Zeugen mit verdächtigen Wahrnehmungen zu den genannten Uhrzeiten im Bereich Silcherstraße / Robert-Stolz-Straße / Max-Reger-Straße
- Ebenso im Bereich Stefansplatz / Katharinenstraße / Maiergasse
- Kontakt: Polizeirevier Aalen, Telefon 07361 5240
Nachbetrachtung
Der Fall aus Wasseralfingen zeigt, wie viel ein Angehöriger bewirken kann: Weil die Tochter dazukam, blieb der zweite Betrag aus. Betrüger arbeiten gezielt mit erfundenen Notlagen von Angehörigen. Wer solche Anrufe erhält, kann die Polizei informieren und sollte kein Geld übergeben.






